Navigationsleuchtturm auf einem Pier, umgeben von Wellen. Im Hintergrund Häuser mit bunten Dächern auf einem Hügel. Historisches Bankgebäude mit Kuppeldach und grünem Dachfirst. Eingangsbereich mit Treppe und Schildern. Strasse verläuft sanft bergab.
Kanalinseln

Guernsey: Im Takt der Gezeiten

Lloyds Bank-Filiale in der Smith Street 1 in Saint Peter Port
Guernsey, Kanalinseln, Oktober 2025

Mitten im Ärmelkanal liegt Guernsey, größer als Sark, kleiner als Jersey – das Wetter ist genauso zuverlässig wechselhaft.

Wie ihre Nachbarinseln gehört auch Guernsey nicht zum Vereinigten Königreich, sondern ist eine Kronbesitzung: politisch selbstständig, aber unter dem Schutz des britischen Monarchen. Verteidigung und Außenpolitik kommen aus London, alles andere regelt man lieber selbst.

Auf der Insel leben ungefähr 60.000 Menschen. Die meisten arbeiten im Finanzwesen oder Tourismus, nur wenige noch in der Landwirtschaft. Früher war der Export von Tomaten und Blumen wichtig, heute eher das Vermögensmanagement. Die Felder sind kleiner geworden, die Briefkästen größer.

Die Hauptstadt St. Peter Port steigt steil über dem Hafen auf: enge Straßen, viktorianische Fassaden, viele Treppen. Eine kompakte, hügelige Stadt, in der es erstaunlich geschäftig zugeht. Es gibt Cafés, Banken und Blumenkästen. Auf den Schildern steht „High Street“ und „Rue de… irgendwas“. Bleibt man stehen und blickt auf die Karte, taucht fast immer jemand auf, der nicht nur den Weg erklärt, sondern auch gleich noch ein Stück mitgeht.

Außerhalb der Stadt verändert sich die Kulisse ständig. In der Mitte der Insel stehen Gewächshäuser und Windschutzhecken, an der Küste findet man Klippen, Strände, Buchten und Felsen. Bei Ebbe kann man zu vorgelagerten Inselchen laufen, bei Flut besser nicht. Entlang der Uferlinie erinnern viele Betonreste an die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg: Bunker, Tunnel, Geschützstellungen. Manche sind Mahnmal oder Museum, andere Lagerraum – oder Ferienwohnung.

Wer möchte, kann Guernsey in einem Tag zu Fuß umrunden, aber die Insel ist kein Ort für Eile. Wer hier ankommt, bleibt ein bisschen länger.

Die Fähre fährt ohnehin nicht jeden Tag.

Karte von Guernsey
Navigationsleuchtturm auf einem Pier, umgeben von Wellen. Im Hintergrund Häuser mit bunten Dächern auf einem Hügel.
Der Leuchtturm Castle Breakwater in St. Peter Port wurde Anfang des 19. Jahrhunderts als Schutz- und Navigationspunkt gegen drohende französische Invasionen errichtet. Heute dient er nicht nur als wichtiges Seezeichen, sondern ist auch ein beliebter Ort für Angler.
Häfen mit Booten und bunter Architektur am Ufer, umgeben von sanften Hügeln und Ziffern- und Kirchtürmen.
Motorboote und Segelyachten im Hafen von St. Peter Port, der Hauptstadt der Insel Guernsey.
Hafen mit mehreren Booten und kleinen Yachten, umgeben von historischen Gebäuden und einer steinernen Ufermauer. Ein klarer Himmel und ruhiges Wasser.
Hafenansicht mit mehreren Booten im Wasser und einer steinernen Anlegestelle. Im Hintergrund sind mehrstöckige, helle Gebäude und Hügel sichtbar.
Der Hafen von St. Peter Port bei Flut.
Boote im Trockenen an einem Hafen, umgeben von schlammigem Boden. Im Hintergrund sind Gebäude und Hügel sichtbar, unter einem bewölkten Himmel.
Der Hafen von St. Peter Port bei Ebbe.
Boote im Trockenen im Hafen, umgeben von niedrigem Wasser und Kies. Im Hintergrund sind bunte Häuser und grauer Himmel sichtbar.
Hafen mit Booten im Vordergrund und einer malerischen Küstenstadt im Hintergrund. Die Gebäude sind in verschiedenen Farben gestaltet, umgeben von Bäumen.
Stadtansicht mit bunten Gebäuden, darunter ein rotes Haus, einem Baum und Fahrradständern. Die Straße ist klar markiert mit einem „No Right Turn“-Schild.
Historische Kirche mit Glockenturm und großen Fenstern, umgeben von Palmen und einer Einfriedung, an einer kurvigen Straße.
Am südlichen Ende des Hafens von St. Peter Port befindet sich die Town Church. Ihr Bau wurde vermutlich im 13. Jahrhundert begonnen und bis 1466 weitgehend fertiggestellt. Sie ist die Hauptkirche der Insel und laut Guinness-Buch der Rekorde die Kirche mit dem kürzesten Weg zum Frühschoppen – nur 45 Zentimeter trennen sie vom benachbarten Pub. Hier startet und endet außerdem alljährlich das legendäre Church-to-Church-Race, bei dem Läuferinnen und Läufer alle zwölf Pfarrkirchen der Insel auf einer 31 Kilometer langen Route berühren müssen.
Eckhaus mit einer Kombination aus grauer und weißer Fassade, umgeben von Bäumen und Sträuchern. Eine Straße verläuft an der Vorderseite.
Historisches Bankgebäude mit Kuppeldach und grünem Dachfirst. Eingangsbereich mit Treppe und Schildern. Strasse verläuft sanft bergab.
Mittelalterlicher Turm hinter einer Gruppe von Grabsteinen, umgeben von Bäumen und Gras unter einem bewölkten Himmel.
Der 30 Meter hohe Victoria Tower wurde 1848 zum Gedenken an den Besuch von Königin Victoria und Prinz Albert erbaut. Wer hinauf will, kann sich den Schlüssel im Guernsey Museum holen.
Friedhof mit schief stehendem Grabstein im Vordergrund, umgeben von weiteren Grabsteinen. Im Hintergrund ist ein hoher, historischer Turm sichtbar.
Historisches Gebäude mit mehreren Turmspitzen und einer Fahne, umgeben von einem Friedhof mit alten, verwitterten Grabsteinen.
Das Elizabeth College wurde zwischen 1826 und 1829 auf einem Hügel oberhalb des Hafens von St. Peter Port erbaut. Heute lernen dort rund 570 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 18 Jahren. Das Hauptgebäude wurde in einer Art neugotischem Tudor-Revival-Stil errichtet – ein Stil, der schon bei seiner Entstehung die Meinungen spaltete. Für die einen war es ein stolzes Wahrzeichen, für die anderen ein Monument des schlechten Geschmacks. Geschmack hin oder her – es steht nun hier und prägt das Stadtbild bis heute.
Yachthafen mit mehreren Boote am Steg, umgeben von Wohnhäusern und Geschäften. Der Himmel ist bewölkt, das Wasser spiegelt die Umgebung.
Der Hafen von Saint Sampson, eine Gemeinde direkt nördlich von St. Peter Port, ist der zweitgrößte Hafen von Guernsey.
Hafen mit mehreren Booten, darunter ein rotes und ein grünes traditionsreiches Boot, umgeben von steinigem Ufer und Mauern.
Küstenlandschaft mit grauem Himmel, felsigem Ufer und sanften Wellen. Ein weißes Gebäude und Ruinen liegen in der Nähe des Wassers.
Blick auf die Ruine des Küstenforts Fort Doyle beim Dorf Bordeaux an der Nordostspitze Guernseys.
Hafenansicht mit zahlreichen Booten am Wasser, umgeben von sanften Hügeln und bewölktem Himmel. Schreiner und Yachten sind sichtbar.
An der nordöstlichen Spitze der Insel liegt ein ehemaliger großer Steinbruch, in dem sich heute der Yachthafen „Beaucette Marina” befindet.
Kleine bunte Tür an einem Baumstamm, umgeben von grünem Gras und Nadeln. Der Stamm ist mit Efeu bewachsen.
Das „Secret Fairy Village“ auf Guernsey – ich schwöre, da hat sich was bewegt, als ich das Foto gemacht habe.
Einfamilienhaus mit hellem Außenanstrich und roten Dächern, umgeben von einem Steinzaun. Der Garten ist grün und teilweise mit Laub bedeckt.
Häuserreihe mit hellen und farbigen Fassaden, umgeben von grünen Pflanzen und Zäunen, an einer ruhigen Straße.
Kirchhof mit mehreren Grabsteinen, umgeben von einer Wiese. Im Hintergrund steht eine historische Kirche mit Spitzdach und großen Fenstern.
Die im Jahr 1117 geweihte Pfarrkirche von Vale im Norden Guernseys steht auf dem Gelände eines früheren Benediktinerklosters aus dem 10. Jahrhundert. Ihr unregelmäßiger Grundriss mit leicht versetzter Anordnung von Chor und Schiff soll an das Leiden Christi erinnern. Die Glockenanlage stammt von 1891, die Turmuhr mit vier Zifferblättern wurde 1898 zu Ehren von Königin Victoria installiert.
Küste mit sandigem Strand und klarem Wasser, umgeben von großen Felsen. Im Hintergrund liegen charmante Häuser und bewaldete Hügel.
Die Saline Bay, auch Grandes Rocques genannt, liegt im Nordwesten der Insel. Die Bucht ist bei den Einheimischen besonders bei Flut ein beliebter Ort zum Schwimmen. Man sollte sich jedoch vor den Felsen in Acht nehmen.
Blick auf eine bewachsene Landzunge mit einer geschwungenen Schotterstraße, die zu ehemaligen Verteidigungsanlagen führt. Grau bewölkter Himmel.
Grandes Rocques Fort, auch bekannt als Grandes Rocques Battery, wurde 1779 errichtet, um Guernseys Küste mit drei großen Kanonen vor feindlichen Invasionen zu schützen. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage umgebaut und mit Beobachtungsposten und Maschinengewehrstellungen erweitert. Heute können Besucher die erhaltenen Geschützplattformen, Schützengräben und das felsige Gelände erkunden – mit weitem Blick über die Bucht und den nahegelegenen Strand.
Felsformation mit großen, grauen Steinen und einer gemauerten Hütte mit einem offenen Eingang. Im Hintergrund zieht sich die Küste entlang.
Strandbude mit bunten Aufklebern und Tischen aus Holz in der Nähe des Wassers, umgeben von Steinen und Sand. Über den Tischen wehen Bahnflaggen.
Cobo Village Centre, ein einstöckiges Gebäude mit gelber Fassade und grünem Schriftzug, steht an einer Straße. Es hat ein Satteldach und Fenster mit weißen Rahmen.
Helles Gebäude mit blauen Fenstern und Balkonen, daneben ein rotes Auto und eine graue Fläche. Im Hintergrund moderne Häuser.
Küstenlandschaft mit flachem Sandstrand, umgeben von Felsen. Im Hintergrund steht eine Festung auf einem Hügel, ein kleines Boot schwimmt im Wasser.
Auf einem kleinen Felsen vor der Bucht von Rocquaine erhebt sich das markante Fort Grey, von den Inselbewohnern wegen seiner Form liebevoll „Cup and Saucer“ – Tasse und Untertasse – genannt. Der Rundturm wurde 1804 als Teil der britischen Küstenverteidigung errichtet, um Guernsey während der Napoleonischen Kriege zu schützen. Seinen Namen erhielt das Fort zu Ehren von Earl Grey, dem damaligen Gouverneur der Insel – und Vater des 2. Earl Grey, nach dem wiederum der berühmte Earl-Grey-Tee benannt wurde.
Steinhaus mit grünem Vorgarten und blühenden Hortensien. Das Dach hat zwei Gaubenfenster. Ein weißer Zaun und eine einfache Eingangstür sind sichtbar.
Der ÖPNV auf Guernsey funktioniert erstaunlich gut – auch wenn viele Haltestellen so aussehen wie diese: kein Schild, kein Unterstand, nur ein Schriftzug auf dem Asphalt, direkt vor einem Bilderbuchhäuschen. Wer hier auf den Bus wartet, sollte besser die Zehenspitzen einziehen.
Zwei typisch britische Häuser stehen an einer ruhigen Straße. Das linke Haus hat eine hellblaue Fassade und ein Satteldach, das rechte ist weiß mit grauen Akzenten. Ein niedriger Zaun aus Stein umschließt die kleinen Gärten.
Friedhof mit alten Grabsteinen im Vordergrund, im Hintergrund eine Kirche mit spitzem Turm und grauem Dach, umgeben von Bäumen und Grünflächen.
Die Kirche von Forest (Ste Marguerite de la Forêt) liegt auf dem Hochplateau im Süden Guernseys. Sie ist die kleinste Pfarrkirche der Insel. Teile des Gebäudes stammen aus dem 11. Jahrhundert; der Turm wurde im 15. Jahrhundert ergänzt.
Gräberfeld mit drei Grabsteinen aus Stein, die unterschiedliche Inschriften und Namen tragen, umgeben von grünem Gras.
Grabsteine der Familien Lucas, Le Page und Le Clerc auf dem Friedhof der Kirche von Forest. Anders als die meisten, vom Wetter geglätteten Steine des Friedhofs wurden diese offenbar restauriert oder nachgraviert, sodass die Inschriften noch deutlich lesbar sind. Sie bewahren die Erinnerung mehrerer Generationen, eingraviert in denselben Stein. Die Texte aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert markieren den Übergang von französischer zu englischer Sprache und verweisen auf die engen historischen Verbindungen zwischen Guernsey, England und der Normandie.
Befestigte Insel mit alten Gebäuden, umgeben von Wasser. Grauer Himmel und ruhige See reflektieren die Architektur der Insel.
Castle Cornet bewacht seit dem 13. Jahrhundert den Hafen von St. Peter Port. Über Jahrhunderte war die Festung Militärstützpunkt, Schutzwall und Symbol der Insel. Heute beherbergt sie mehrere Museen.
Leuchturm vor einer historischen Festung, umgeben von Wasser und sanften Hügeln im Hintergrund. Der Himmel ist klar und hell.